Wie soll man Rehabilitation und Genesung wirtschaftlich gestalten?

Zeit thematisch tauchen in den Median ja gerne einmal Geschehnisse auf, die dann in die Diskussion geraten. Des letzteren hörte man sehr häufig die Äußerung, dass unser Gesundheitssystem Gefahr läuft als bestes der westlichen Welt abgelöst zu werden.
Dann hacken wir hier mal ein. Es ist tatsächlich so, das unsere preklinische Versorgung seines gleichen sucht. Jedoch geriet dieser Zustand ins wanken, da wir Versorgungszentren immer mehr zu Profitzentren degradieren und somit wirtschaftlich denkende und agierende Großunternehmen Tür und Tor öffnen um die lukrativen Stücke der medizinischen Versorgung zu forcieren und die weniger lukrativen Bereiche zu nivellieren. Dies führt zu solch paradoxen Handlungen wie ein neues Knie für eine 101 Jährige und die Versagung einer Hüft OP für eine 43 jährige, weil die verschiedenen Versicherungsstatuten nur dies zuließe. Hier ist nicht das verwerfliche das eine 101 Jährige ein neues Knie bekommt, sondern das einer 43 jährigen eine neue Hüfte verweigert wird, da die Ressourcen des Krankenhauses dies momentan nicht zuließe. Da der Unterschied zwischen Privat und Gesetzlich Versicherter immer mehr Geltung findet und nicht mehr nach medizinischer Maßgeblichkeit gehandelt wird sondern lediglich nach wirtschaftlicher Relevanz. Schon heute ist es für eine gesetzlich versicherte Person trotz Akutleiden kaum möglich ein CT Termin in den nächsten sechs Wochen zu generieren, eine privat versicherte Person kann meist noch am gleichen Tag ein CT bekommen ohne medizinische Notwendigkeit. Hier fangen die Probleme an und von hier werden sie weiterziehen. Es ist leider auch nachvollziehbar, dass ein Wirtschaftsbetrieb welcher profitorientiert arbeiten muss diese Entscheidungen treffen muss. Tut er es nicht wird er insolvent und von einem größeren, noch wirtschaftlich agierenden Konsortium geschluckt. Hier ist es an der Politik die Heilbehandlung und die Rehabilitation von diesem wirtschaftlichkeits- gesteuerten System auszugrenzen und wieder die eigentliche Zweckbindung einer Gesundheitsversicherung und die daraus resultierenden Behandlungen fernab wirtschaftlicher Relevanz, vielmehr medizinischer Notwendigkeit zu unterstellen. Dies, und nur dies kann ein Kollabieren verhindern. Es besteht ausreichend Möglichkeit im Gesundheits- und Pflegesektor profitorientiert zu arbeiten, bei der Heilbehandlung und Rehabilitation besteht zu hohes Gefahrenpotenzial als das dies hier Anwendung finden sollte.
Die Quintessenz dieser Handlungsweise könnte zur Folge haben das nur noch wirtschaftlich lukrative Erkrankungen behandelt werden und die eher weniger lukrativen Erkrankungen keine Beachtung mehr erfahren. Außerdem stellt sich ein steigender Zuzahlungsmechanismus ein, welcher dazu führt das nur noch solvente Patienten überhaupt die Möglichkeit erlangen eine Heilbehandlung zu bekommen. All dies ist keine Fiktionen mehr sondern tagtägliches Einerlei in vielen Praxen oder Krankenhäusern.  Alle in der Gesundheitsbranche arbeitenden ist bewusst, dass dieser Weg nur gegen die Wand führen kann. Dennoch weigert sich bisher jede Regierung diese notwendigen Reformen anzustoßen und unter zu Hilfenahme aller an diesem Prozess beteiligten eine vertretbare Lösung zu finden.
Eigentlich würde ich auch sehr gerne mal etwas positives posten, aber so sehr ich auch suche, in der Politik dieses Landes herrscht einfach komparable Tristesse.

Vielleicht gründe ich ja ein anderen Blog um mal wieder zu lächeln. 😉

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